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Wissenswertes rund um den PON und OP

Polski Owczarek Nizinny – Geschichte,Vergangenheit, Vorkommen und Standard

von Andreas Jegorenko

Der Polnische Niederungs-Hütehund gehört zur Gruppe der mittelgroßen, europäischen, langhaarigen Hüte- und Schutzhunde, die sowohl im Flachland als auch im Gebirge anzutreffen sind.

Mittelalterliche Überlieferungen belegen, dass im polnischen Flachland mittelgroße und zottige Hunde Schafherden schützten und bewachten. Zur Beginn des Jahrhunderts gab es nur noch wenige Vertreter in den Dörfern und sicher wären auch diese Tiere ausgestorben, hätten sich nicht fanatische Hundefreunde und Sportkynologen dieser seltenen Hunde ohne Namen angenommen. Die Neugründung Polens nach dem ersten Weltkrieg brachte ein verstärktes Bemühen zur Erforschung eigener Geschichte und eigener Tierwelt.

Frau Grochalska kaufte einige der Hunde, nannte sie " Polnische Hütehunde " und stellte sie unter diesem Namen 1924 auf eine Ausstellung aus. Man bemühte sich um die Rasse und wollte einen Standard erarbeiten. Erst 1948 nach Gründung des Polnischen Kynology Verbandes setzte man die Arbeit mit Erfolg fort. Seit 1953 wird der PON mit bekannter Herkunft und vollständiger Ahnentafel neu präsentiert .1959 wurde der Standart national bestätigt, die internationale Anerkennung erfolgte durch FCI 1963.

Bereits 1967 wurde das erstes Tier nach Deutschland, Berlin, exportiert. 1968 findet sich die erste Eintragung im Deutschen Zuchtbuch der VDH. Seit dieser Zeit gibt es eine große Nachfrage nach Liebhabertieren dieser Rasse. In der heutigen Zeit finden wir den PON im ganz Mitteleuropa, USA, Neuseeland und sogar in Südafrika.

Ein PON an der Herde im Einsatz ist heute eine Seltenheit. Überwiegend wird er als Begleit- oder Familienhund gehalten. Der PON lässt sich leicht erziehen und ist ein hervorragender Wach- und Hütehund. Auch unter städtischen Bedingungen gehalten, ist er ein friedlicher Begleiter und Beschützer und mit Kinder aufgewachsen, ein unermüdlicher Spielgefährte. Lebensnotwendig ist der enger Kontakt zu seiner Familie, Zwingerhaltung verträgt er nicht.

Bei regelmäßiger Fellpflege bleibt sein Fell auch ohne Baden stets sauber.

Die Schulterhöhe beträgt bei Rüden 45 bis 50 cm, bei Hündinnen 42 bis 47 cm. Der Verhältnis Widerristhöhe zur Körperlänge liegt bei 9:10. Der Kopf ist mittelgroß, nicht zu schwer, mit stark behaarter Stirn, Backen und Bart. Fang und Schädellänge stehen im Verhältnis 1:1. Die Nase ist groß, die Lefzen sind dunkel. Gefordert wird ein vollständiges Gebiss mit scherenförmigem Zubiss. Die mittelgroßen Augen sind oval, braun,dunkel umrahmt und haben einen lebhaften Blick. Der kräftige Hals ist mittellang und wird fast waagerecht getragen. Waagerecht und gut gemuskelt ist der Rücken, die Hüften sind breit und gut gebunden. Deutlich ausgeprägt ist der Widerrist, die Kruppe kurz und leicht abfallend. Der Hund ist mit langem, dichtem, zottigem Haar bedeckt und hat eine dichte und weiche Unterwolle. Er kommt im allen Farben und Fleckungen vor.

Ausstellung

von H. Rasch

Ich möchte vorausschicken, dass das Ausstellen für uns alle bedeutet, aktiv am Klubleben teilzunehmen, ein schönes Wochenende bzw. einen schönen Tag zu verleben. Es bedeutet weiterhin, Freude mit meinem und an meinem Hund zu haben, meinem Hobby nachzugehen. Die Motivation zum Ausstellen sollte sein, dass ich mit dem Hund zusammen etwas unternehmen möchte, eine gute Zeit haben möchte. Leider kommt dann in der Praxis oft das Gegenteil dabei heraus. Die ganze Aktion artet in totalen Stress aus, weil ich mich und meinen Hund nicht genügend vorbereitet habe und wir beide dann überfordert sind. Ausstellungen besuchen heißt nicht nur, den Tag präsent zu sein, sondern auch sehr viel Vorarbeit mit dem Hund zu leisten. Natürlich bedeutet es auch die Auseinandersetzung mit etwas "Papierkram", der einfach dazugehört.

Hierzu möchte ich nur ganz kurz Stichworte geben, um zu erklären, worauf man achten sollte. Die Einladungsdrucksache ist genau zu lesen, um Fragen wie:

  • an welchem Tag wird meine Rasse gerichtet,
  • wie sind die Einlasszeiten (wichtig im Ausland), 
  • wann beginnt das Richten, welche Veterinärbestimmungen müssen beachtet werden, 
  • wie ist die günstigste Anfahrtsstrecke, 
  • welche Auflagen sind für die Meldegeldzahlung zu beachten, 

abzuklären. Außerdem muss man die Ahnentafel, evtl. die Bestätigung von Siegertiteln, bei sich haben. Impfpass und Einlasskarte sollte man griffbereit einstecken.

Wenn man seinen Hund ausstellen möchte, muss dieser einige Grundvoraussetzungen (abgesehen von Gebäude, Zähnen, Hoden u. ä.) mitbringen. Als Allerwichtigstes ist hier ein vernünftiges Benehmen des Hundes an Halsband und Leine zu nennen. Er soll neben seinem Besitzer an der Leine gehen, möglichst traben, ohne Bocksprünge zu veranstalten, ohne seitlich auszubrechen, ohne ständig die Seiten des Führers zu wechseln, ohne auf dem Boden zu schnüffeln oder gar andere Hunde anzugreifen. Ein vernünftiges Training hierfür beginnt schon in der 8. bis 10. Lebenswoche. (Späterer Beginn ist natürlich möglich, macht es aber mit zunehmendem Alter immer schwieriger). Neben dem "an der Leine gehen" werden Dinge wie Treppen steigen und sich sicher auf unterschiedlichen Böden bewegen geübt. Man sollte vor den Spaziergängen planen, heute soll mein Hund dieses oder jenes kennen lernen, die Strecke des Spaziergangs dementsprechend planen und dann den Hund mit aller Ruhe und Gelassenheit an das Neue heranführen. Wichtig ist, dass der Führer selbst nicht nervös wird und dadurch seinen Hund schockt, indem übereilte, hektische Aktionen stattfinden.

Für einen guten Aussteller beginnt das Ausstellen schon lange, bevor er den Ring betritt. Ein Sieger muss strahlen, und dazu muss er zufrieden sein. Dieses ist aber nicht zu erreichen, wenn der Hundeführer den ganzen Morgen andere Dinge im Kopf hat, im letzten Moment seinen Hund aus der Box holt und ihn dann überhastet in den Ring bringt. Das Gebäude des Hundes, die Fellfarbe und -länge, die Zähne möchte ich einmal als naturgegebene Ausgangspunkte nehmen. So ist mein Hund nun einmal, das muss man akzeptieren. Als Aussteller sollte man aber sehr darauf achten, dass der Hund in einem guten Futterzustand ist, das Fell sollte gepflegt sein, die Augen klar und sauber, das Gebiss ohne Zahnstein. Auch ein trainiertes Gangwerk gehört zu einer gepflegten Gesamterscheinung. Ebenfalls dazu gehört, den Hund an ordentlichem Geschirr vorzufahren, um ein möglichst harmonisches Bild zu erreichen. Sehr störend für dieses Bild wirkt es, wenn die Startnummer am Halsband befestigt ist und hierdurch die Gesamtlinie des Hundes für den Betrachter unterbrochen wird.

Wichtig ist die Kontaktaufnahme des Hundes mit seiner Umgebung. Wird er vor Beginn des Richtens schon in der Halle, in der Nähe des Ringes, herumgeführt, kann er sich beim Richten viel gelassener präsentieren. Er weiß dann ja schon, was um ihn herum vor sich geht. Außerdem gibt es ihm Zeit, den Hallenboden kennen zu lernen, was das Gangwerk beim Vorführen viel sicherer, flüssiger, harmonischer erscheinen lässt. Der Hund sollte auf jeden Fall vor dem Richten Gelegenheit haben, sich zu lösen. Die Zeit des Richtens ist so kurz, wenn er dann noch gerade "muss", sieht der Richter nur einen buckligen, sich unrhythmisch bewegenden Hund.

Hilfreich für den Aussteller ist, das Schema zu kennen, nach dem gerichtet wird. Normalerweise geht ein Richter in den einzelnen Klassen gleich vor. Weiß man, wie das Richten abläuft, kann man sich, wenn man selber vorführt, viel mehr auf seinen Hund konzentrieren und ist nicht nur damit beschäftigt, auf die Anweisungen des Richters zu achten.

Das eigentliche Ausstellen des Hundes setzt sich aus verschiedenen Abschnitten zusammen. Man betritt den Ring und sollte sich dann, nach den Laufnummern geordnet, aufstellen. Aber schon hier ist es wichtig, dass der Hund sich präsentiert, freudig und aufmerksam ist. Gerade wenn die Hunde, so einer nach dem anderen, in den Ring kommen, entsteht beim Richter ein erster Eindruck. Ist dieser positiv, hat man schon viel gewonnen, ist er negativ, wird es schwer werden, diesen zu korrigieren.

Ist die Klasse vollzählig im Ring, findet eine Begutachtung der gesamten Klasse durch den Richter statt. Er muss sich einen Überblick verschaffen. Auch hier sollte der Aussteller darauf achten, dass er seinen Hund gut präsentiert. Es ist nicht hilfreich, wenn der Richter einen liegenden Hund oder nur die Kehrseite eines Hundes zu sehen bekommt. Dann wird das Gebiss der einzelnen Tiere, und bei den Rüden die Hoden, Überprüft. Jetzt kann man seinem Hund, solange er nicht an der Reihe ist, ruhig eine Pause gönnen. Jetzt ist der Richter so sehr mit den einzelnen anderen Hunden beschäftigt, dass er kaum auf unser Tier achten wird. Ist der eigene Hund dann an der Reihe, sollte man mit Ruhe diese Prüfung angehen, denn es ist natürlich auch ein Wesenseindruck, den der Richter bekommt. Hektik ist da meistens wenig hilfreich.

Weiter geht es mit der Standmusterung und der Gangwerksüberprüfung des einzelnen Hundes. Bei der Standmusterung soll der Hund dem Richter seitlich vorgestellt werden. Der Abstand zum Richtertisch muss groß genug sein. Wenn der Hund praktisch unter dem Tisch steht, ist er kaum zu beurteilen. Für die Gangwerksüberprüfung gilt, was ich vorab schon einmal geschrieben habe. Der Richter hat in der Regel ein bestimmtes Schema, nach dem er sich die Hunde zeigen lässt. Kennt man dieses Schema, kann man sich auf das Vorführen konzentrieren und braucht nicht so sehr auf die Anweisungen des Richters zu achten.

Muss die ganze Klasse im Anschluss an die Standmusterung noch einmal laufen, ist dieses in der Regel ein "Vergleichstest". Man hat dann meist noch die Chance, durch gekonntes Vorführen seine Platzierung zu verbessern. Außerdem sehen ja nicht nur der Richter, sondern auch alle Zuschauer den Hund. Also, auch hier sollte man sich bemühen, sein Tier vorteilhaft zu zeigen, und nicht denken, dass ja sowieso alles gelaufen ist. Darum sollte man auch bei der eigentlichen Platzierung und bei der Siegerehrung immer noch darauf achten, dass der Hund Ausstrahlung hat, sich von seiner besten Seite zeigt, denn dann sagen nachher alle: "Ein verdienter Sieger !"

Hundefutter .und andere Schweinereien - oder: Die Mär vom guten Chappi

Lutz G. Siedschlag, Ernährungsberater für Pferde - Hunde - Katzen

Die Ernährung unserer Hausgenossen führt leider immer noch ein recht stiefmütterliches Dasein. Trotzdem der Tiernahrungssektor ein stark umkämpfter Markt ist, hat das einen nur schleppenden Einfluss auf die Besserung der Qualitäten. Die meisten Tiernahrungshersteller verfahren nach dem Motto „Es darf nicht sichtbar schaden" – vom Nutzen ist noch lange nicht die Rede. Ich bin überzeugt davon, dass gut 85-90 % der Erkrankungen der Heimtiere direkt ernährungsbedingt sind oder zumindest auch mit mangelnder Ernährung zusammenhängen. Wie aber soll man die gute von der schlechten Tiernahrung unterscheiden?

Ein erster Hinweis ist die Deklaration. Als mengenmäßiger Hauptbestandteil sollte Fleisch enthalten sein, denn der Hund ist nun mal ein Fleischfresser. Weiterhin sind pflanzliche Stoffe (z. B. Getreide) und Öle und Fette enthalten. Zusatzstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sollten nicht fehlen.

Da Fleisch vom Hund am besten verdaut wird, sollte es im Futter überwiegen. Allerdings soll der Rohproteingehalt (Rohprotein = Eiweiß, aus Fleisch oder Pflanzen) bei normaler Leistung und mittelgroßem Hund nicht über ca. 21 % liegen. Kleine Hunde, sehr aktive Hunde und wachsende Hunde brauchen mehr; große Hunde, Senioren, sensible oder übergewichtige Hunde brauchen weniger Eiweiß. Hier kommt es vor allen Dingen auf die Qualität an. Ob Lammfleisch, Kadavermehl oder alte Schuhsohle: In der chemischen Analyse ergibt das alles Eiweiß und in der Deklaration könnte stehen: "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse". So hätten Sie keine Möglichkeit, festzustellen, ob tatsächlich Lammfleisch oder nur die alte Schuhsohle im Futter enthalten ist. Allerdings ist wohl klar, dass die Verdaulichkeit von Lammfleisch eine andere ist, als die der alten Schuhsohle ( sind Schuhsohlen enthalten, darf der Rohproteingehalt ruhig höher sein, die sind sowieso nicht verdaulich ...). Und das sieht man dann auch am Hund. Ob glänzendes Fell und gesunde Kondition oder „Struppi" mit tränenden Augen und Megablähungen (Heckantrieb?!) – alles eine Frage der Ernährung. Wir sind also darauf angewiesen, dass der Hersteller klar definiert, woraus die Tiernahrung besteht. Deklariert er geschlossen, so lesen Sie lediglich die Standardformel „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse". Vermutlich möchte dieser Hersteller lieber nicht genau mitteilen, was im Futter drin ist. Hersteller, die offen deklarieren, möchten mit den guten Inhaltsstoffen auch werben. Das liest sich dann wie z. B. „Lammfleisch" oder „Truthahn mind. 30 %". Während „mit Lammfleisch" lediglich aussagt, dass mindestens 3 % Lammfleisch enthalten sein müssen; eine Schummelaussage. Also aufgepasst, die Formulierung macht's! Am hochwertigsten ist Ei, Wild, Lamm oder Truthahn bzw. Geflügel. Lamm ist hochwertiger als Geflügel, Geflügel aber leichter zu verdauen. Daraus folgt: Bei „Allergie" nimmt man Lamm, bei Verdauungsempfindlichkeiten Geflügel. Rindfleisch ist zwar als Eiweißquelle hochwertig, enthält aber viele Allergene, weshalb hier die Gefahr  der allergischen Reaktion sensibler Tiere am größten ist. Für einen gesunden kernigen Hund ist Rindfleisch aber eine hervorragende Nahrungsquelle. Leider nehmen die Empfindlichkeiten auch bei Tieren ständig zu.

Die pflanzlichen Bestandteile der Hundenahrung beinhalten alternative Eiweiße, Vitamine und vieles mehr, doch kann der Hund pflanzliche Nahrung nicht ohne weiteres Verdauen, ihm fehlen die Enzyme. Folglich müssen wir dem Hund die pflanzlichen Nahrungsbestandteile vorverdaut anbieten. Im Kuhmagen z. B haben die kuheigenen Enzyme diese Vorverdauung schon geleistet. Den Nahrungsbrei im Kuhmagen kann der Hund also gut verdauen (z. B. grüner Pansen – Hauptnahrungquelle der Raubtiere sind Pflanzenfresser mit Magen und Darminhalt). Die Industrie hat verschiedene Verfahren entwickelt, um die pflanzlichen Nahrungsbestandteile für Hunde verdaulich zu machen. Die einfachste Methode ist das Quetschen. Dabei werden z. B. Getreidekörner roh gequetscht und erlangen so eine Verdaulichkeit von ca. 35 % für den Hund. Zwar ein günstiges Verfahren, doch 35 % sind nicht viel. Ein Großteil der guten Inhaltsstoffe kommen dem Hund gar nicht zu Gute und verlassen den Hund unverdaut in einer meist nicht so schönen Form: übelriechende Haufen, die in Konsistenz und Geruch mehr an Kuhfladen erinnern, denn an „Hundewürste". Einziger Vorteil: insektenfreie Wohnungen, da alle Insekten durch permanente übelstriechende Blähungen der Hunde sofort tot von der Decke fallen – na ja, wer's mag ... Also: Was aussieht wie kerniges Müsli, taugt nicht für Hunde. Gießen Sie sich lieber Milch drüber, Sie können das wenigstens verdauen.

Besser schon sind die sogenannten Flocken. Hierbei wird das Getreide platt gewalzt. Geschieht das im Zusammenspiel mit heißem Dampf, so erreicht man schon respektable 65 % Verdaulichkeit für Hunde. Schon besser, die Haufen werden kleiner und es soll Hunde geben, die damit klar kommen. Aber bis zur „Hundewurst" ist's noch weit. Pflanzliche Nahrung sollte für den Hund zumindest „gebacken" (ca. 80 % Verdaulichkeit) oder am besten „extrudiert" sein. Dieses Verarbeitungsverfahren ergibt eine Verdaulichkeit von über 90 % und so kann der Hund die guten Inhaltsstoffe der Nahrung auch nutzen.

Öle und Fette sind wichtig für den Stoffwechsel und wirken z. B. auf Haut und Fell. Als hochwertiges Fett (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) ist z. B. Geflügelfett oder gar Lammfett im Futter enthalten. Aber auch die hochwertigen Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinsamen) oder Omega-6-Fettsäuren ( z. B. aus Fisch, oft Lachs) sind für den Stoffwechsel sehr nützlich. Billige, gesättigte Fettsäuren nützen dem Stoffwechsel wenig, Sie werden von der Leber gleich in die Fettdepots (Fettzellen) geschickt. Ist also im Futter hochwertiges Fett (Öle) enthalten, darf' s gerne etwas mehr sein; billiges Fett macht nur dick.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind in den Bestandteilen der Nahrung im besten Falle schon vielfältig vorhanden. Als natürliche Bestandteile im Fleisch oder Getreide ist die Verdaulichkeit am größten (siehe Lammfleisch / Schuhsohle). Oftmals reicht das aber noch nicht ganz aus, gerade bei Qualitativ nicht so hochwertiger Nahrung. Leider wird bei den nicht so hochwertigen Produkten auch das wenigste zugesetzt. Die Liste reicht von zwei zugesetzten Stoffen bis hin zu zwanzig.

Trockenfutter bräuchte eigentlich nicht konserviert werden, da die Restfeuchtigkeit unter 10 % liegt. Aber die Fette, die nachträglich auf das Futter aufgesprüht werden (so ist's am schmackhaftesten), würden im Geschäft bei warmen Wetter schon nach kurzer Zeit ranzig werden. Also kommen wir an Konservierung nicht vorbei. Wer anderes behauptet, lügt schlichtweg oder hat keine Fette im Futter. Beides nicht so nett.

Konservieren kann man z. B. mit Ethoxyquin (E 324 – nicht in Lebensmitteln erlaubt ), einer sehr effektiven und darum billigen Chemikalie. Nach diversen Horrormeldungen aus der englischen Hundewelt fühlte sich der weltgrößte Hersteller von Ethoxyquin (Monsanto) genötigt, eigene Studien zur Giftigkeit dieser Chemikalie durchzuführen, um anschließend mit den Studien zu belegen, dass bestimmte Mengen nicht überschritten werden sollten, weil sonst pathologische (krankhafte) Leberschäden entstehen. So wollte Monsanto sich absichern, dass dem Konzern nicht die schweren Folgen angelastet werden können. Dumm nur, dass schon bei einer Überdosierung von nur 30 ppm (parts per million – entspricht einem millionstel Teilchen, also auf 1 kg ein tausendstel Gramm – Fliegendreck wiegt mehr) die Leberschäden auftreten. Das kann leicht passieren bei Hunden mit großer Futteraufnahme/Verwertung wie z. B. großen Rüden, laktierenden Hündinnen o. ä.. Gemessen wurde das Ganze natürlich an Beaglen in Laborhaltung. Diese armen Kreaturen mussten ihr Leben lassen für billiges Futter. Wie die Auswirkungen von Ethoxyquin bei normal-aktiven oder sportlichen Hunden sind, lässt sich erahnen.

Etwas ungefährlicher ist die Konservierung mit BHA / BHT. Beides von der EU zugelassene Konservierungsmittel, die lange unter Verdacht standen, beim sensiblen Tier Allergien auszulösen. Der Verdacht ist vom Tisch, die allergieauslösende Wirkung wurde bestätigt ( Tiermedizinische Universität Hannover). Trotzdem sind BHT / BHA heutzutage die meist verwendeten Konservierungsmittel in Hunde-Trockennahrung; in der Deklaration elegant umschrieben als „Konservierungsmittel laut EG-Richtlinie".

BHA (Butylhydroxyanisol) = E 320 / BHT (Butylhydroxytoluol) = E 321: " Im Tierversuch traten Veränderungen am Immunsystem, der Schilddrüse und der Leber auf. Der Stoff reichert sich im menschlichen Fettgewebe an und gelangt in den Fötus. Er ist als Allergieauslöser bekannt."

Und: ACHTUNG, ACHTUNG; viele von Tierärzten verordnete Spezialfutter für allergie-empfindliche Hunde enthalten BHA / BHT. Unwissenheit oder Arbeitsbeschaffung??

Gut wäre die Konservierung der Fette mit natürlichen Vitaminen, z. B. Vitamin C und besser noch Vitamin E (mit den Gamma-Tocopherolen des Vitamin E, sehr wirksame Freie-Radikale-Fänger: reichern sich nicht im Körper an). Auch chemisch erzeugtes Vitamin kann man benutzen, wenn auch die Wirksamkeit teilweise um ca. 30 % niedriger ist. Fazit: Spricht der Hersteller in der Deklaration oder Beschreibung des Futters erst gar nicht über die Konservierung, so weiß er wohl warum – und Sie dann hoffentlich auch. Wird dieses Thema in der Deklaration zum Thema, darf man hoffen. Doch Vorsicht, Aussagen wie: "Es werden keine chemischen Konservierungsmittel zugesetzt", taugen nichts. Es wird lediglich beteuert, dass der Hersteller nichts zusetzt. Die Fette können ja schon schwerst konserviert beim Hersteller angeliefert werden. Also zählt nur: „Es sind keine chemischen Konservierungsmittel im Futter enthalten". Und noch eins: Vitamine müssen bis zur Verarbeitung im Futter selbst konserviert werden, um nicht zu verderben. Das funktioniert in Gelatine gekapselt oder aber auch billigst mit: Ethoxyquin!

Was kann man tun?

Achten Sie beim Kauf nicht nur auf den Tipp von Bekannten oder die Anpreisungen der Werbung (Sie wissen doch wohl, was man von Fernsehwerbung zu halten hat. ODER?)

Tolle Konzepte auf buntem Papier finden sich oftmals in der Deklaration auf dem Futtersack nicht wieder. Lassen Sie  sich nicht von Trends (z. B. schwedisches Futter) oder einfachen Verkäuferaussagen („Unser Bestes") davon abbringen, genau nachzufragen, WARUM dieses oder jenes Futter so gut ist. Und überprüfen Sie die Aussagen immer nach oben genannten Kriterien. Lassen Sie sich die Deklaration des Futters erklären. Kann der Verkäufer das nicht zufriedenstellend, sind Sie im falschen Geschäft. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierheim (DIE wissen das hoffentlich ...) nach guten Fachgeschäften, wo Sie auch Beratung bekommen (oft mussdie Beratung individuell auf Ihren Hund abgestimmt werden, nehmen Sie ihn mit ...) und kaufen Sie Tiernahrung nicht im Supermarkt (das geht nach hinten los, siehe oben. ). Wenn Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit haben, gehen Sie ja auch zum Arzt und nicht in die Kfz-Werkstatt.

Achten Sie auf die Konservierung des Futters (bei einem der letzten Futtertests hatte z. B. Hills immer noch Ethoxyquin im Futter ...) und meiden Sie Firmen, die im Labor Tiere quälen, um ihr Futter zu testen (aktuell: Der Eukanuba / lams-Skandal ), das muss nun wirklich nicht sein!!! Angeblich amerikanische „Premium-Produkte" werden oft billig in Holland oder Spanien produziert, nix mehr mit amerikanischer Hochwertnahrung. Auch hier tut Aufklärung/Beratung Not.

Auch wenn Sie meinen, Ihr Hund kommt mit seiner Nahrung gut zurecht, nachdem Sie z. B. das Futter gewechselt haben: Vielfach sind Sie vom ganz schlechtem nur beim mäßigen Futter gelandet. Gutes Futter erkennt man am glänzenden Fell ohne Schuppen ( wie frisch geölt     – also wirklich fettig). Kratzen, Leckekzeme, offene Stellen oder fehlender Haarwuchs sowie ständiges Haaren, schlechter Geruch aus Fell oder Maul, Rötungen der Haut, erst recht Blähungen können deutliche Anzeichen für schlechte Nahrung sein.

Also, bleiben Sie schön kritisch.

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